Wirbel um den Bundesdesignpreis

Bis 2011 nahm alles seinen gewohnten Gang. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat den staatlichen Bundesdesignpreis jedes Jahr in einer gemeinsam mit dem Rat für Formgebung organisierten Veranstaltung durchgeführt.

Doch dann kam es zum Bruch zwischen Bundesministerium und Stiftung. Der Rat für Formgebung richtet seitdem seinen eigenen Preis aus, den „German Design Award“. Das Bundesministerium ließ seinen Preis daraufhin zunächst im Rahmen des DMY International Design Festivals ausrichten, bis er dann ganz zum Erliegen kam. Der Designer Daniel Hyngar will das nun ändern. „In der deutschen Designaward-Landschaft gibt es keine würdige und kostenlose Alternative eines Designpreises auf staatlicher Ebene“, so Hyngar auf seiner Webseite. Er startet deswegen eine Petition und fordert einen fairen und transparenten staatlichen Designpreis – vor allem vor dem Hintergrund, dass viele der privatwirtschaftlich organisierten Wettbewerbe die künftigen Gewinner teilweise kräftig zur Kasse bitten – mit hohen Teilnahmegebühren und, für den Pechvogel, der gewinnt, eine hohe „Gewinnergebühr“, die sich viele selbstständige Designer nicht leisten können oder wollen.

Hyngar selbst wurde übrigens Ende vergangenen Jahres für den German Brand Award, ebenfalls ausgerichtet durch den Rat für Formgebung, nominiert. Als er allerdings bemerkte, dass das nicht der staatliche Designpreis ist und die Nominierung überdies nicht gerade geringe Kosten nach sich ziehen kann, hat er sie zurückgezogen und dies auch in einem offenen Schreiben an den Rat der Formgebung kundgetan. Darauf hat er auch eine relativ neutrale Antwort erhalten – beides nachzulesen auf dem Blog des Designers.

Bei Oskar- und Echoverleihung werden die Gewinner nicht zur Kasse gebeten, warum sollte es bei einem Preis für Design anders sein?  Ist es deswegen nicht vielleicht sinnvoll, den staatlichen Bundesdesignpreis wieder zu initiieren, bei dem die Teilnehmer für ihren Gewinn kein Preisgeld zahlen müssen?