Schlechte Noten für Werbeleute

Was haben Feuerwehrmänner, Sanitäter und Krankenpfleger, was Werber und Journalisten nicht haben? Kommen Sie darauf? Vielleicht. Die neue Umfrage des GfK Vereins zum Thema Vertrauen in Berufe bringt es nicht zum ersten Mal zu Tage: Den erstgenannten Berufsgruppen vertrauen die Deutschen. Den zweitgenannten nicht. Weltweit geht’s ja noch: Da findet immerhin über die Hälfte der Weltbevölkerung, satte 54 Prozent, Werbeleute vertrauenserweckend. In Europa ist es schon nur noch ein Drittel. Und die Deutschlandwerte, naja. Die sind richtig im Keller. Hier sind sie nämlich nur zu 27 Prozent wohlgelitten, unterboten nur noch von Versicherungsvertretern und Politikern. Letzteren vertraut quasi keiner, Tendenz stetig sinkend. Immerhin: Den Werbeleuten hat man bei der letzten Umfrage vor zwei Jahren auch nicht mehr oder weniger vertraut, der Wert ist gleich geblieben.

Ist nervige Werbung schuld?

Aber woran liegt das fehlende Vertrauen? Vielleicht an den quälenden Werbeunterbrechungen während eines spannenden Filmes im Fernsehen? Oder an den nervigen Werbebannern, die beim Öffnen mancher Webseiten einfach aufpoppen und sich nicht mehr wegklicken lassen? Liegt es an den unablässigen Werbeanrufern, die einem buchstäblich die eigene Großmutter verkaufen wollen? Man weiß es nicht. Da kreieren die Agenturen für Unternehmen beliebte Kampagnen, die funktionieren, mitreißende, kreative, rührende und aufwühlende Werbespots, die hunderte Male im Netz geteilt werden. Sie wecken Emotionen, vermitteln

Leidenschaft, schaffen Vertrauen zum Unternehmen, zur Marke. Aber nicht zu den Machern der Marke. Versäumen es die Werber, ihr eigenes Image positiv aufzuladen, ähnlich wie die Schuster, die einem Sprichwort zufolge ja auch selbst die schlechtesten Schuhe tragen? Vermutlich überlagert all das, was die Befragten der Studie beim Thema Werbung als negativ empfinden, das Positive, Schöne und Kreative. Vielleicht sollten die Werber dazu mal eine Studie in Auftrag geben.