Die optimale Pause

Es ist schon ein bisschen erschreckend: Eine Studie hat ergeben, dass tatsächlich jeder vierte Arbeitnehmer einfach mal keine Pause macht – also anscheinend weder eine Mittagspause, noch eine kleine Pause zwischendurch. Der Grund: Hoher Druck am Arbeitsplatz, vermehrte Arbeitsbelastung, permanent wachsende Anforderungen. Da bleibt oft einfach keine Zeit für Pausen oder Regeneration.

Warum Pausen so wichtig sind

Das ist alles andere als gesund – der immerwährende Dauerstress gefährdet die Gesundheit. Und vielen Arbeitnehmern gelingt es nicht einmal abends, vom Arbeitstag abzuschalten. Neben dem chronischen Stressniveau, das sich beim Einzelnen manifestiert, sind auch orthopädische Probleme wie Rückenschmerzen oder Verspannungen die Folge, von fehlender Konzentrationslosigkeit mal ganz abgesehen. Pausen sind also wirklich wichtig, auch wenn man den ganzen Schreibtisch voller Arbeit hat. Denn wenn man mal kurz abgeschaltet hat, geht man deutlich frischer wieder ans Werk – und das wirkt sich auch positiv auf die Arbeitsleistung aus. Deswegen sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichsam auf regelmäßige Pausen achten. Wir haben hier einige Tipps für die Gestaltung Eurer Pause zusammengetragen – dazu gehören natürlich auch die Themen Powernapping und richtige Ernährung.

Die richtige Gestaltung der Pause

Eine lange Pause am Tag ist Pflicht – und sie sollte allerspätestens nach vier bis fünf Stunden erfolgen. Das ist für die meisten Arbeitnehmer dann auch pünktlich zur Mittagspause. Experten empfehlen, auf jeden Fall die Räumlichkeiten zu wechseln: Raus an die frische Luft gehen, einen kleinen Spaziergang machen oder die Kantine oder ein Café aufsuchen. Wer den ganzen Tag im Team arbeitet, braucht vielleicht zwischendurch mal Zeit für sich oder schmökert ein bisschen in seinem Buch. Die Arbeitnehmer, die alleine vor ihrem Rechner sitzen, freuen sich mehr über etwas regen Austausch in der Mittagszeit. Auch auf die richtige Bewegung kommt es an. Wer immer sitzt, der sollte sich ein bisschen bewegen – und wer immer in Bewegung ist, sollte einfach mal die Füße hochlegen. Besonders wichtig für alle ist es, das Thema Arbeit und Kunden in den Pausen auch mal ruhen zu lassen. Lieber erkundigt man sich beim Kollegen nach Urlaub oder Kindern und plaudert ein bisschen privat – das verbessert auch das Arbeitsklima.

Im Verlauf des Tages sollte man darauf achten, auch zwischendurch mal Pausen einzulegen, kurz aufzustehen, sich zu bewegen und vor allem die Blickrichtung zu ändern. Die Augen können sich entspannen, wenn man kurz aus dem Fenster schaut, der Geist kommt auf andere Gedanken. Nach jeder Pause kehrt man frischer und aufmerksamer an den Arbeitsplatz zurück. Übrigens: Ein wenig besser scheinen vom Arbeitgeber festgesetzte Pausenzeiten zu funktionieren. Dann macht der Arbeitnehmer die Pause nämlich auch wirklich. Bei einer freien Pausenwahl ist er zwar flexibler, nimmt die Pause aber auch oft einfach nicht. Generell sollte man, ob vorgegeben oder nicht, eine längere und zwei kürzere Pausen in den Arbeitsalltag einbauen.

 

Smiling woman having a relaxing lunch break outdoors, she is sitting on the grass and eating a salad bowl
Du bist, was Du isst …

… nämlich fit und arbeitsfähig nach einem leichteren Mittagessen oder im altbekannten „Suppenkoma“ nach einem kräftigen Mittagessen. Mir und vielen meiner Kollegen geht es auf jeden Fall so – wenn ich mir mittags ein schönes Schnitzel mit Bratkartoffeln genehmigt habe, dann möchte ich mich danach mit meinem kugelrunden Bauch gemütlich auf dem Agentursofa einrollen und schlafen. Mein Körper ist dann nämlich mit Verdauen beschäftigt, und mein Kopf funktioniert nicht mehr. Man kann es bestimmt nicht generalisieren – es gibt auch Menschen, die mittags mal ein Schnitzel oder eine Pizza verdrücken können. Grundsätzlich empfehlen Experten aber leichte und gut verdauliche Gerichte, wie beispielsweise Salat, Gemüse, Geflügel, Kartoffeln oder Fisch. Außerdem gilt: Über den Tag immer viel trinken, am besten Wasser und ungesüßten Tee. Kaffee und schwarzer Tee sollte nur in Maßen genossen werden.

Powernapping am Schreibtisch

Das Geheimnis von Powernapping: Ein kleines Nickerchen von 5–10 Minuten zu machen und aus diesem dann auch schleunigst wieder zu erwachen. Viele können das ja total gut und wachen danach auch supererholt wieder auf. Als Trick nimmt man einfach einen Schlüsselbund in die Hand. Fällt der hinunter, wacht man (in der Regel) auf. Bei mir klappt das übrigens überhaupt nicht. Ich wache nämlich gar nicht erst auf, wenn der Schlüssel herunterfällt – oder nur ganz kurz, um dann sofort weiterzuschlafen. Und wenn ich dann irgendwann wieder aufwache, bin ich müder als je zuvor… Deswegen befolge ich lieber den Rat für die Menschen, für die Powernapping nichts ist und schaue fünf Minuten in die Natur. Das soll einen ganz ähnlichen Effekt haben.

Die vier As

Jeder ist ja selbst seines Glückes (und seiner Pause) Schmied und hat deswegen auch unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an seine eigene Erholungsphase. Wichtig ist es aber, die so genannten vier As zu beachten: In der Pause sollte man eine andere Tätigkeit ausführen als die, der man sonst nachgeht – an einem anderen Ort mit anderen Gedanken und anderen Körperbewegungen. Dann steht einer guten Erholung und einer optimalen Pause nichts mehr im Weg.